Oftmals wird dem redlichen Menschen vorgeworfen, haltlose Vorwürfe wider die heutige Jugend sowie deren Kultur vorzubringen, ohne über eine angemessen fundierte Argumentationsgrundlage zu verfügen, Potztausend!

Allein: dem ist mitnichten so.
Eben aus diesem Grunde begab ich mich mit meinem Seniorenausweise ausgestattet unlängst in die örtliche Stadtbücherei, um mich ein wenig eingehender mit der sogenannten Hartfelsenmusik zu befassen.

Hier noch ein kleiner Einschube für die mit der aktuellen Jugendkultur weniger Vertrauten redlichen Herrschaften: bei dieser besonders garstigen Art der Musik ist der Name sozusagen Programm: Unholdige, zumeist langhaarige und verlauste Jugendliche stoßen zu garstigen Grunzlauten mit den Köpfen zusammen, zumeist kommt es gar zu Unzucht oder Pilzbefall, Potzdonner und Paukenschlag!

Einige „topaktuelle“ (wie die Jugend stets zu sagen beliebt) Tonträger dieser Sparte war ich imstande aufzufinden, und einer näheren Untersuchung zu unterziehen.
Hier nun das erschreckende Ergebnis:


1. „Gewürz Mädchen“



Genre-Zuordnung: sog. „Hip Hop“

Hierbei handelt es sich um eine ausgesprochen garstige Bande. Die musikalische Ausgestaltung wäre im besten Falle als kakophonisch zu betiteln, wobei die ausgesprochen widerwärtigen Texte (welche ich zu meinem Glück nicht gänzlich verstand) wohl eher auf andersherumsexuelle Matrosen, denn auf keusche Maiden hinzudeuteten geneigt sind. Hier sucht man die musikalische Reife eines Ernst Mosch auf dem Höhepunkte seines Schaffens vergebens, hier geht es lediglich um die Ermunterung des geneigten Hartfelsen-Kosumenten, auf möglichst vulgäre und gossenhafte Art und Weise Unzucht zu betreiben.

Prädikat: Finger hinfort, Feurio!


2. „Whäm“



Genre-Zuordnung: „Metall“

Schon ein Blick in die morbiden Visagen besagter Galgenvögel weiß den redlichen Menschen zu suggerieren: diese Herren führen kaum etwas Gutes im Schilde, eine genauere Betrachtung des musikalischen Endproduktes weiß besagte Vorahnung mit einer Bestätigung zu versehen. In morbider Art und Weise wir der Zustand des Scheintodes besungen („Weck’ mich auf, bevor Du gehstgehst), wobei hier noch nicht einmal auf die korrekte Grammatik geachtet wird, Potzdonner!

Prädikat: Wer sich so etwas anhört, der nimmt sich gerne das Leben, also gilt: Die fragliche Kompaktscheibe in ein möglichst fernes Land deportieren!


3. „Hinterstraßen-Jungen“



Genre-Zuordnung: zu deutsch „Kraftmetall“

Schon der Name lässt Schlimmstes erahnen: können sich garstige Lauser, die nachweislich düsteren Gassen innerhalb einschlägiger Glasscherbenviertel entstammen in der Tat für ein redliches und keusches Musikvergnügen verantwortlich zeichnen?
Bald stellt man fest, dass es sich bei besagter Fragestellung lediglich um eine rhetorische Solche handeln kann, ja, muss. Kakophonisches Geschrei verlässt das Grammophon, man wähnt sich tief in den Urwäldern des Amazonas.

Prädikat: Umgehend sollte man besagte Kompaktscheibe dem Affenhause des örtlichen Zoologischen Gartens vermachen, hier könnte diese möglicherweise noch zur Unterstützung der Brunftauslese genutzt werden.


4. „Nachtwunsch“



Genre-Zuordnung: zu deutsch „Schwarzmetall“

Heureka, hier haben wir es also mit der gefürchtetsten Sparte jener diabolischen Musik zu tun, dergleichen wird bei genauerer Augenscheinnahme der Kompaktscheibe sogleich evident: ganz im Sinne des Namens besagter Bande singt man die finstere Nacht herbei, vermutlich um dem geneigten Höher in ungestörter Art und Weise die garstigen Hauer in den Halse schlagen zu können.
Lediglich meine ausgesprochene sittliche Reife ermöglichte es mir, diese Tortur ohne weitere Folgeschäden zu überstehen, wie es sich bei einem Halbwüchsigen verhalten würde, mag ich mir indes kaum ausmalen, Potztausend!

Prädikat: Diabolisch und böse, lediglich mit einem Knoblauch-Bündel sollte man sich dieser Kompaktscheibe überhaupt nähern!


Sie, werte Leser, sehen also: der Beweis für die Bosheit von Hartfelsen- und Metall-Musik ist nunmehr nachhaltigst erbracht, es gilt, den Nachwuchse möglichst weit von dieser garstigen Musik fernzuhalten.

Ich fordere: Ein Verbot von garstiger Hartfelsenmusik, redliche Marschmusik für die Jugend!


Ihr
Baron von Friedel


Baron Jesus Maria von Friedel Konteradmiral a.D. Bodo von Klotz Dr. Traugott Leimhuber Ferdinand Birnbaum Baldian Loth Kardinal Theodore de Marcus