Ja, sie lesen recht, werte Heimseitenbesucher: Mit diesem Ratgeber wende ich mich explizit an unsere minderjährigen Leser. Sie werden verstehen: auch in jungen Jahren muss der moderne Mensch wissen, wie er eine Anzeige gegen garstige Lümmel zu erstatten hat.

Liebe Kinder

Sicherlich seid ihr in angemessener Weise begeistert, dass sich der nette Onkel Traugott hier die Mühe macht, euch in das höchst faszinierende Thema der Strafanzeige einzuführen. Zu diesem Zwecke allerdings, ist es erst einmal erforderlich, euch einen guten Freund von mir vorzustellen: den liebenswerten Onkel Strafanzeige. Hier ein Bild von ihm:

Onkel Strafanzeige - ein guter Freund

Der liebenswerte Onkel Strafanzeige wird im Folgenden euer Führer sein durch die wunderbare Welt der Justiz. Als erstes Liebe Kinder, braucht ihr selbstverständlich einen Grund für eure Anzeige. Nun gut, es ist eure erste Anzeige, daher kann es passieren, dass euer Grund nicht der allerbeste ist. Bei Gericht könnte zwar der böse Herr Verteidiger auf die Idee kommen, zu behaupten, eure Klagebegründung sei Unsinn, doch seid versichert: ich, euer Onkel Strafanzeige, und der örtliche Staatsanwalt werden euch zur Seite stehen.

Lasst uns nun ein Beispiel für eine solche Begründung ersinnen, liebe Kinder: nehmen wir doch einmal an, ihr habt heute euren ungeschickten Tag und werft die Lieblingsvase eurer Mutter auf den keusches Fußboden. Nehmen wir ferner an, gerade in diesem Moment kommt eure Mutter in den Raum, und sieht euch neben der zerstörten Vase. Wie es bei Frauenspersonen häufig passiert, verliert sie die Beherrschung und gibt euch eine Ohrfeige. Als wäre das noch nicht genug sperrt sie euch hernach in euer Zimmer.

Womit haben wir hier zu tun, liebe Kinder? Richtig – Körperverletzung und Freiheitsberaubung.

Ein weiteres Beispiel: Es ist, wie jede Woche, wieder einmal Sonntag. Obwohl eure Mutter eine garstige Grüne ist, und mit Hygiene nicht viel zu tun hat, wird sie ein jedes Mal, wenn es am Sonntag darum geht, euch in die Badewanne zu schicken, zur größten Freundin der Körperwäsche. Ihr jedoch seid ein redlicher Bub und habt eingesehen, dass die Körperhygiene in unbekleidetem Zustand, und noch dazu mit Wasser (lest hierzu auch Herrn Dr. Leimhubers Duschratgeber) sehr unredlich ist, und weigert euch. Doch – herrje! – eure Mutter denkt sich tatsächlich, sie sitze am längeren Hebel, und droht euch damit, euer Taschengeld zu kürzen. Womit haben wir es also hier zu tun? Wieder richtig – mit garstiger Nötigung!



Nun, liebe Kinder, glaubt ihr vielleicht, alles zu wissen, was man braucht, um eine Strafanzeige redlich zu begründen. Doch ihr täuscht euch, es gibt noch etwas zu lernen: Ihr, gestärkt von bereits zwei Strafanzeigen gegen eure Mutter, müsst am Montagmorgen in die Schule. In der ersten Stunde habt ihr Latein – Klassenarbeit. Ihr habt wie immer nicht eine Minute lang gelernt. Doch zum Glück gibt es Helmut, euren besten Freund. Helmut hat gelernt, und lässt euch Unredlicherweise abschreiben. Als jedoch die Klausuren abgegeben werden müssen, flüstert euch Helmut zu: „Wenn du mir nicht dein Taschengeld gibst, sage ich dem Herrn Lehrer, dass du bei mir abgeschrieben hast“
Wieder ist die frage: womit haben wir es hier zu tun? Prinzipiell wieder richtig – mit räuberischer Erpressung.
Doch Vorsicht: Helmut ist knapp noch nicht häufig genug sitzen geblieben, um Strafmündig zu sein, ihr könnt ihn also nicht belangen.



Das, liebe Kinder, war es für heute von „Onkel Strafanzeiges Justizstunde“. Bis zum nächsten Mal.

Euer liebenswerter
Onkel Strafanzeige

Hochachtungsvoll
Dr. Traugott Leimhuber



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