Sollten sie rechtschaffene Bürger sein, so werden auch sie sich bei entsprechender Gelegenheit schon einmal gefragt haben, ob sie gesetzeswidriges Fehlverhalten, dessen Zeuge sie geworden sind, den örtlichen Behörden zutragen sollen, oder nicht.
Im Folgenden sollen sich ihnen einige Richtlinien auftun, mit deren Hilfe sie zu entscheiden imstande sein sollten, welche garstige Straftat es wert ist, verfolgt zu werden, welche hingegen nicht.

Der obig gezeigte Mensch stielt
Der nebenstehend gezeigte Mensch stielt. Lassen sie uns annehmen, er sei arm, und bestehle die Frau aus einem Gefühl des Hungers heraus. Der Mann hat eine blinde Frau, drei taube und ein gelähmtes Kind, sowie eine Schwiegermutter, deren Frisörrechnung er nicht bezahlen kann, weil die Haare auf ihren Zähnen zu lang sind, sie preiswert schneiden zu lassen.
Zusammenfassend können wir sagen: dieser Mann gibt sich dem Straftatbestande des Diebstahles aus dem Grunde der Armut hin.
Ein solches Verhalten ist keinesfalls zu tolerieren! Wir alle wissen: wer arm ist, hat es nicht besser verdient. Aus diesem Grunde ist dieser Diebstahl umgehend anzuzeigen, setzt sich doch der Dieb über die elementaren Grundsätze unserer Gesellschaft hinweg. Wo kämen wir dahin, wenn ehemals arme Menschen plötzlich aus ihrer Armut aufsteigen könnten?


Dieser Mensch ist ein sogenannter „Wirtschaftskrimineller“
Dieser Mensch ist ein sogenannter „Wirtschaftskrimineller“. Der Herr ist wohlhabend geriet, wie die Jugend sich auszudrücken pflegt, auf die schiefe Bahn, aus dem Motiv des, nun nennen wir es „Besitzvermehrungsbestrebens“.
Dieses Verhalten ist, wie sie sich sicherlich denken können, vollkommen anders zu bewerten, als das solche des oben gezeigten bösartigen Diebes. Wie es der arme Mensch verdient, arm zu sein, verdient es auch der reiche ebensolche, reich zu sein. Es ist also, folgt man dieser Lebensweisheit in konsequenter Weise, das Recht des reichen Menschen, sich an dem armen Menschen zu bereichern. Sollten sie Zeuge werden, wie dies ein Mensch redlicher Besitzverhältnisse tut, so zeigen sie diesen Menschen keinesfalls an, bereichert er sich doch lediglich im Dienste der Menschheit, indem er dafür sorgt, dass das Prinzip „Jeder bekommt, was er verdient“ weiterhin zutrifft.

Anhand dieser beiden Beispielfälle sollte es ihnen ein leichtes sein, in Zukunft jede Straftat, deren Zeuge sie werden, richtig einzuordnen, zu wissen also, ob eine Anzeige ratsam ist.

Hochachtungsvoll
Dr. Traugott Leimhuber am 28.09.2004



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