In meiner Eigenschaft als Oberstaatsanwalt sehe ich es als Teil meines Tätigkeitsfeldes an, redlichen Mitbürgern eine Hilfestellung zu geben, was das richtige Verhalten angeht, so sie einmal Zeuge eines Verbrechens werden. Dieser meiner Verpflichtung möchte ich an dieser Stelle zu ihrem Wohle nachkommen.

Lassen sie uns zu diesem Zwecke zwei fiktive Herren imaginieren: den redlichen Herrn Müller sowie den langhaarigen Rabauken, den Herrn Maier. Beide Herren werden in unserem erdachten Szenario Zeugen eines garstigen Verbrechens. In unserem Beispielfall handelt es sich um eine böse Emanze, die einen rechtschaffenen Geschäftsmann mit ihrer schwer gefüllten Handtasche prügelt.



Während nun der unredliche Herr Maier hektisch und unkoordiniert auf das Geschehen zuläuft, um das sich im Normalfall bereits einige Schaulustige Gesammelt haben werden, weiß Herr Müller es besser: der redliche Mensch geht, so er Zeuge eines Verbrechens wird, umgehend in Deckung und zückt Stift und Papier, um sofort sämtliche Geschehnisse protokollieren zu können.
Merke: niemandem ist damit geholfen, wenn sich ein redlicher Herr selbst in Gefahr bringt. Aktives eingreifen ist Aufgabe der Polizei! Eine ordentliche Mitschrift allerdings erleichtert der zuständigen Behörde die Arbeit immens. Auch eine saubere Skizze des Geschehens sei zeichnerisch begabten Zeugen ans Herz gelegt.

Herr Müller macht sich nunmehr, wie oben erläutert, frisch ans Werk, das Verbrechen genauestens in Wort und Bild festzuhalten. Herr Maier hingegen ist Feminist. Als solcher ist er nicht recht Herr seiner Sinne und Gedanken, und nimmt an, dass keineswegs der arme Geschäftsmann, sondern vielmehr das Unredliche Emanzenluder Opfer eines Übergriffs sein muss, und macht sich daran, den Herrn festzuhalten. „Lassen sie die arme Frau in Ruhe!“ kreischt er hysterisch. Der Unhold verursacht also, zusammenfassend ausgedrückt, ein unheimliches Chaos und schadet somit der nervlichen Konstitution eventuell vorbeigehender redlicher Passanten ernstlich. Zudem behindert er ganz erheblich die vorbildliche Zeugenarbeit des Herrn Müller, dem durch die zusätzliche Bewegung in der Szenerie das sorgfältige Zeichnen einer Skizze unmöglich gemacht wird.
Doch sollte uns dieses Verhalten seitens des Herrn Maier nicht verwundern: die Übernahme weiblicher Charakterzüge, wie Hysterie, Unvernunft oder Empfindlichkeit gehört zu den Sichersten Erkennungsmerkmalen bösartiger Feministen.

Doch lassen sie uns zum nächsten Schritt redlicher Verbrechensbezeugung kommen, die der Herr Müller nun aus der Deckung heraus in aller Ordnung vornimmt.



Es handelt sich um das Verfassen der eigentlichen Anzeige. Wichtig ist hierbei: geizen sie nicht mit Papier. Verfassen sie die Anzeige unbedingt auf einem neuen Blatt und nicht einfach unter der Skizze oder dem Protokoll.
Weiterhin sollten sie unbedingt darauf achten, Störenfriede, die ihre Zeugenarbeit erschweren, wie den Herrn Maier im Beispielfall als Komplizen mit in ihre Anzeige aufzunehmen.

Ebenfalls als sehr effektives Vorgehen hat es sich erwiesen, Verbrechen zu inszenieren, um Unholde wie den Herrn Maier anzulocken und als notorische Gewalttäter und Störenfriede überführen zu können. Gerade der Tätertyp „Frau“ ist immer wieder geneigt, hilfswillige Verbrecher auf den Plan zu rufen, die auf diese Weise aus dem Verkehr gezogen werden können.

Doch nunmehr sollten sie ausreichend gerüstet sein, sehr geehrte Leser, für ihre ersten eigenständigen Arbeiten als redlicher Bürger im Sinne der Zivilcourage. Ich wünsche ihnen also viel Erfolg.

Hochachtungsvoll
Dr. Traugott Leimhuber

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