Primitive Kunst
Diabolische Fernsehsendung
Das große Feuer im Salon
Die Flucht
Redlicher Messebericht
Osterspaziergang
Redliche Sonderangebote
Drogenselbstversuch
Weitere Sonderangebote
Raub im Freibade
Farbphotografie
Baron Friedels Titelüberraschung
Bauernfängerei leicht gemacht
Der Geist der Weihnacht
Onkel Friedel unterweist brave Kindlein - Teil I
Onkel Friedel unterweist brave Kindlein - Teil II
ein redliches Treffen
Stellenausschreibung
Das Internetz - die wahre Geschichte





Nachdem ich mich in der letzten Zeit eingehend mit dem Problem des „Kipfens“ auseinandergesetzt habe, unter Anderem auch durch die Lektüre eines unkeuschen Drogenbretts und durch Konversationen mit einem garstigen Drogenopfer, hielt ich die Zeit eines Selbstversuches nunmehr für gekommen.

Wer sonst, wenn nicht ein durch und durch keuscher und redlicher Herr wie ich einer bin, könnte sich ungesehen einer solch diabolischen Gefahr aussetzten, um seine gemachten Erfahrungen sodann im Dienste der Löblichkeit einzusetzen?

Zunächst stand ich vor dem Problem der Beschaffung, schließlich wollte ich nicht das immense Risiko fahren, beim Drogenkauf in Flagranti von der löblichen Polizei erwischt zu werden, sämtliche redliche Absicht wäre in diesem Fall sicherlich schwer zu beweisen gewesen, Potztausend. Gottlob traf mich eine Eingebung wie der Blitz: Der unwerte Spross meiner Zugehfrau, Jochen ist sein Name, war bereits des Öfteren wegen allerlei kleiner Gaunereien mit dem Gesetz in Konflikt geraten, dieser Halbstarke könnte durchaus im redlichen Lexikon als Illustration des Wortes „Haderlump“ abgebildet sein, Potztausend! Zudem hatte er auf einem Foto, welches seine Frau Mama mir einmal von ihm zeigte grünliche Harre, ein Phänomen, welches bekanntlich ausschließlich bei sogenannten Kiffern vorkommt.

Gerissen, wie ich nun einmal bin, stellte es für mich kein großes Problem da, seine Telefonnummer herauszubekommen, umgehend rief ich den Rabauken an, und brachte ich kurzen, verständlichen Sätzen mein Anliegen vor. Hier zeigt sich einmal mehr meine Wilde Entschlossenheit, ich hielt mich gar zurück, als der Raudi mich in diabolischer Jugendsprache verhöhnte, Donnerwetter! Da ich das Gespräch selbstredend auf Tonband mitschnitt, kann ich seine genauen Worte hier wiedergeben: „Was, du willst einen Rauchen, Opa? (es folgt stumpfsinniges Gelächter) Na Okay, ich wollt sowieso wieder mal was aufstellen (weiss der Kuckuck, was diese Redewendung zu bedeuten hat. Möglicherweise verfügt der Unhold über einen Drogenbriefkasten, an welchem er ein Schild aufzurichten hat, wenn er neue Drogen wünscht?).

Nun, sei es wie es will, zwei Tage nach meinem Anruf hatte ich tatsächlich eine Tschoint- Spritze auf meinem Tisch, der Unflat brachte sie mir sogar höchstpersönlich mit einem mehr als unverschämten Grinsen ins Eigenheim. Als ich ihn nach der Übergabe wieder hinaus komplimentieren wollte, insistiere der Bengel plötzlich aufs Heftigste, und verlangte satte zwanzig Euronen für seine Aufwendungen, Potzdonner! Nur unter heftigsten Drohungen mit meinem Gehstock war es mir schließlich möglich, ihn aus meinem Eigenheim zu befördern, und nach einer Stunde, welche er fluchender weise vor meiner Haustür zugebracht hatte, gab der Bengel schließlich auf, und trollte sich. Sofort griff ich zum Telefonhörer, und zeigte ihn bei der Polizei wegen illegalen Drogenbesitzes an, und ich hoffe nun stark, dass er noch vor seiner Heimkehr aufgegriffen wurde.

Nun wurde es allerdings Zeit, mit meinem wissenschaftlichen Selbstversuch zu beginnen. Vorsichtig nahm ich die Tschoint-Spritze zur Hand, und begann sie achtsam an meine Vene zu führen, hier war überlegtes Vorgehen gefragt. Nach zwanzig Minuten, in denen ich mir die diabolische Spritze ohne Unterbrechung an meine Blutbahn gepresst hatte, ohne dass sich die geringste Wirkung zeigte, begann ich mich allerdings zu fragen, ob ich diese Angelegenheit nicht vielleicht völlig falsch anging. Potztausend, ich hätte Herrn Jochen fragen sollen, doch dieser wird sich zum jetzigen Zeitpunkt vermutlich schon im Zuchthaus befinden, um eine mehrjährige Haftstrafe abzusitzen. Mühsame Konversationen mit erfahrenen Drogenlümmeln ergaben schließlich, dass es für ein erfolgreiches Tschoint-Rauchen zwingend erforderlich sei, die Spritze zu entflammen, ich muss doch gestehen, dass ich niemals selbst auf diesen Trichter gekommen wäre, Potztausend! Ich entschloss mich also, den Versuch umgehend zu wiederholen, und ich kann durchaus behaupten, mich strengstens an die Vorgaben gehalten zu haben. Nun, was soll ich sagen, ich war ein wenig enttäuscht, Potztausend! Hatte ich den diabolischsten Drogenrausch erwartet, regte sich doch lediglich ein laues Lüftlein.

Ich nahm die diabolische Tschoint-Spritze, entzündete sie mit einem redlichen Zündholz, und führte sie sodann umgehend zum Mund, um einmal kräftigst anzuziehen, schließlich schien es laut den Aussagen des befragten Drogenabhängigen vonnöten, die Droge erst einmal anzusaugen, um ihren Fluss anzuregen. Nach diesem Vorgang setzte ich mir den Tschoint auf die Vene, bis er komplett heruntergebrannt war, nun musste sich die tödliche Droge bereits in meinem Organismus breit gemacht haben.

Leider fühlte ich redlichst wenig, der einzige spürbare Effekt war ein leichtes Darmgrimmen, was mich zu folgender Erkenntnis führt: „Redliche Menschen sind gegen Drogen jeder Art immun“. Werte Leser, in diesem einfachen Lehrsatze steckt jede Information, die es über Drogen zu wissen gilt, mit anderen Worten könnte man sagen: Werden Sie redlich, dann können Ihnen auch die diabolischsten Rauschmittel kaum mehr etwas anhaben.

Eine weitere Behandlung der Kiffer-Thematik ist meines Erachtens kaum erforderlich, da ich die von mir gewonnen Erkenntnisse, welche ich in meinem kleinen Lehrsatze formulierte als für löbliche Menschen mehr als ausreichend betrachte. Mehr sollte man über Drogen nicht wissen, schließlich ist auch eine nicht zu unterschätzende Gefahr der Infizierung mit diabolischem Gehirnbrand im Spiel, setzt man sich zu eingehend mit dieser Materie auseinander. Sicherlich werde ich bald den redlichen Nobel-Preis entgegennehmen können, er wird mir Motivation und Antrieb sein, weitere gute Taten zu vollbringen, und dafür Sorge zu tragen, die Welt zu einem schöneren, vor Allem aber redlicheren Platz zu machen.

Ihr
Baron von Friedel

Baron Jesus Maria von Friedel Konteradmiral a.D. Bodo von Klotz Dr. Traugott Leimhuber Ferdinand Birnbaum Baldian Loth Kardinal Theodore de Marcus