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Ostersonntag – schon immer ein Tag der Ruhe und Besinnung, den es gebührend zu genießen gilt, Potztausend!

Lebe ich sonst in relativ bescheidener Keuschheit, so hatte ich mir für den heutigen Tag doch etwas ganz besonderes Vorgenommen: ein schöner und zudem ausgedehnter Spaziergang im Park des keuschen Nymphenburger Schlosses sollte an diesem besonderen Tag für meine Erbauung sorgen das graue Wetter störte mich ganz und gar nicht.

Das keusche Schloss Nymphenburg zu München – eigentlich ein Ort der Ruhe
Endlich einmal in aller Ruhe zwischen akkurat angelegten Gärten lustwandeln, ohne ständiges Handtelefon Gebimmel und entnervendes Geschrei unfolgsamer, hip-hüpfender Gören, so war mein Vorhaben. Allein, es blieb leider Gottes bei einem frommen Wunsch meinerseits, Potztausend!

Kaum hatte ich den redlichen Schlosspark betreten, musste ich zu meiner herben Enttäuschung feststellen, dass ich nicht der Einzige war, der sich am heutigen Tage mit den Gedanken trug, durch die erbaulichen Haine zu flanieren, Potztausend! Ganze Horden ungewaschener Strolche und Familien mit lärmenden Schreihälsen verstopften bereits den Eingangsbereich der wunderschönen Anlage, und machten die in mir aufgebaute innere Ausgeglichenheit bald wieder zunichte, langsam begann sich einer meiner Gefürchteten Tobsuchtsanfälle anzubahnen, welche mir in meiner Zeit bei den redlichen Dragonern nicht ganz zu Unrecht den Spitznamen „Baron TNT“ eintrugen, Potzdonner!

Jeder redliche Mensch mag mich verstehen. Es ist heutzutage doch ohnehin schon schwer genug, eine Oase der Ruhe zu finden, welche nicht von allerlei Gesindel in ein Tollhaus verwandelt wird, und nun das – der höchstredliche König Ludwig II würde im Grabe rotieren wie ein Dieselmotor, müsste er eine solche Zweckentfremdung seines ureigenen Anwesens mit ansehen, Potzdonner!

Die ganze Mischpoke versammelte sich offensichtlich um eine bestimmte Stelle, was nun doch mein Interesse weckte, sicherlich hatte ein solcher Auflauf von Kindern und anderen Verbrechern nichts Gutes zu bedeuten. Unter eingehender Zuhilfenahme meiner Ellbogen und einiger strategischer Magenschwinger war es mir schließlich möglich, mir einen Weg durch die Menge zu bahnen, und was ich dort erblickte ließ mir nun doch den Atem stocken, auf einer Tafel stand dort folgendes geschrieben:

„Wie jedes Jahr veranstaltet das Jugendzentrum München eine große Ostereiersuche. Im ganzen Schlosspark wurden viele verschiedenfarbige Eier versteckt:“

FEURIO – selbst ein Mensch, welcher nicht mit einer mit der meinen vergleichbaren Auffassungsgabe beschenkt ist, sollte schnell in der Lage sein, das hier stattfindende Schauspiel zu durchschauen. Unredliche Drogendieler planten hier eindeutigst, ihre diabolische Ware an den Mann zu bringen, und sich mittels dieser Aktion einen neuen Kundenstamm zu erschließen. „Ostereier“ – dass ich nicht lache, hier ging es selbstverständlich um verschiedenfarbige Hasch-Pillen, welchen Jungspund könnte man heutzutage noch mit einem Ei von seinem Tele-Spiel weglocken, niemals hätte eine solche Veranstaltung für solche Menschen-Aufläufe gesorgt, dessen war ich mir mehr als gewiss, Potztausend!

Zum Donnerkeil, da hatten sie ihre Rechnung allerdings ohne mich gemacht.

Umgehend, und noch vor dem eigentlichen Beginn dieser grotesken Drogenhatz begab ich mich schnellstmöglich in den Park, ein schnelles Eingreifen war hier geboten, niemals hätte es die redliche Polizei geschafft, rechtzeitig am Orte zu sein, um diesem Treiben Einhalt zu gebieten.

Bereits nach wenigen Metern traf ich auf einen langhaarigen Haderlumpen, welcher einen riesenhaften Korb mit sich trug, und, ich wollte es kaum fassen, dieser war tatsächlich bis zum Rand mit entsetzlichen Hasch-Bonbons angefüllt. Nun setzte ich all meine Listigkeit ein:

Hatte ich zuerst das starke Verlangen, den Unflat umgehend zu stellen, und Ihn mittels eines platzierten rechten Hakens außer Gefecht zu setzen, so entschied ich mich im Endeffekt doch für die überlegtere Variante, von nun an heftete ich mich an die Fersen des Lumps, um jede von ihm abgelegte Pille umgehend in meinen Taschen verschwinden zu lassen. Ich muss schon sagen, die Tarnung der Rauschmittel war erstaunlich gut – ein weniger geübtes Auge hätte sie tatsächlich für Ostereier halten können, doch ich war einmal mehr nicht zu täuschen, Potztausend!

Die unkeusche Maid freut sich über ein gefundenes Osterei – doch der Schein trügt!
Nach c.a. einer halben Stunde war der Korb des Drogenbarons leer, meine Taschen dafür aber zum Bersten gefüllt. Heimlich schlich ich an der am Eingang lauernden Horde vorbei, mein brisanter Tascheninhalt fiel gottlob nicht weiter auf.

Selbstredend kam ich nicht umhin, umgehend der Polizei zu telefonieren, um diese von den Empörenden Vorgängen inmitten der Gärten Ihrer Majestät in Kenntnis zu setzen, allerdings erntete ich wie so oft lediglich Hohn und Spott, Potztausend! Das „alljährliche Ostereiersuchen“ sei „eine angemeldete Veranstaltung“.

Wieder einmal erwies sich die redliche Exekutive durch eine zu lasche „Laisser-faire“ Attitüde als Zahnlos, wenn Herr Stoiber das nur wüsste!

Nur gut, dass ich zufällig vor Ort war, wie vielen Jugendlichen hatte ich durch mein beherztes Eingreifen ein Leben in der Gosse erspart. Meine brisante Ladung habe ich umgehend im redlichen Schlosskanal versenkt, um mir daraufhin im schönen Gasthaus „Zur Schwaige“ einen schönen Schweinsbraten munden zu lassen, unter dem Strich konnte ich mit meinem Tagewerk doch durchaus zufrieden sein.

Nun bleibt mir nur noch, mit einem keuschen Ostergruße zu verbleiben als

Ihr
Baron von Friedel

Baron Jesus Maria von Friedel Konteradmiral a.D. Bodo von Klotz Dr. Traugott Leimhuber Ferdinand Birnbaum Baldian Loth Kardinal Theodore de Marcus