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Wie ich Ihnen bereits mitteilte, verweilte ich anlässlich der keuschen IMdkTH (Internationale Messe der keuschen Titelhändler) im löblichen Stuttgart, um mich redlichst über die neusten Entwicklungen in meiner Branche zu informieren, Potztausend!

Gerade in der heutigen Zeit, welche sich vor Allem, wenn nicht sogar ausschließlich durch ihre Schnelllebigkeit auszeichnet, ist es auch in meinem Metier unablässig, ständigst über die neusten „Tränds“ im Bilde zu sein, um das redliche Angebot „Auf-Zum-Datum“ zu halten, wie es neudeutsch so unschön heißt.

Nun, dieses Jahr hatte sich der Veranstalter besondere Mühe gegeben, ganze drei Hallen standen dem interessierten Fachpublikum offen, welches sich zahlreich eingefunden hatte, sogar Herr M’kab’Behe, mein redlicher Ansprechaparter In Sachen Naturvolkbezogene Titel hatte sich auf die weite Reise von Belgisch Kongo gemacht, um für seinen jüngsten Kassenschlager, den redlichen Titel eines Zulu-Speermannes ein wenig die Werbetrommel zu schlagen.

Überhaupt könnte man durchaus behaupten, dass sich solcherlei Titel zunehmender Beliebtheit erfreuen, gerade Großstadtverdrossene Damen und Herren nutzen immer häufiger die Gelegenheit, um sich mittels eines Titelkaufs aus Beruf und Zivilisation zu verabschieden, um sich nunmehr nur noch mit der Kräutersuche zu beschäftigen, oder sich mit dummsinnigen Pauschalurlaubern fotografieren zu lassen. Schenkt man den Prognosen glauben, so wird sich der Absatz ebendieser Titel in den nächsten Jahren schier verdreifachen, wohingegen die Nachfrage nach Adelstiteln stark rückläufig ist, durchaus verständlich, bedenkt man, dass gerade diese zu einer Steigerung des gesellschaftlichen Ansehens, und somit zu einer noch stärkeren Beanspruchung im alltäglichen Leben führt, und gerade dieser gedenkt der Kunde von heute zu entfliehen, der Tränd geht zu „Indianerdorf statt Schefsessel“, Potzdonner!

Selbstverständlich bestehen auch unter den konventionellen Titeln durchaus redliche Dauerbrenner: Ein militärischer Titel macht aus jedem großspurigen Stammtischbruder umgehendst einen versierten Kriegsveteranen, ein kleiner Dr. hc, hat schon so manches Maultiertreiber-Gewäsch zur wissenschaftlich fundierten These erhoben.

Um dem schon genannten Rückgang des Adelstitelabsatzes etwas entgegenzuwirken, wurde auf der Messe ein neues Stufensystem vorgestellt, welches auf sehr breiten Anklang und Zuspruch unter dem versammelten Fachpublikum stieß:

In diesem Fall soll die Einführung eines neuartigen Preisstaffelungssystems soll in diesem Fall den Weg aus der Krise weisen, hier gilt künftig der sogenannte „Degenerationsalgorithmus“ , welcher für Adelstitel, welche einer stark Inzuchtgeprägten Familie entstammen erhebliche Rabatte vorsieht, somit wird sicherlich auch der ein- oder andere Ladenhüter noch einen stolzen Besitzer finden, Potzdonner!

Auch auf dem weiten und zudem bislang sträflichst vernachlässigten Feld der Frauenspezifischen Titel hat der Markt einige Neuerungen zu bieten.

Das Frollein von Welt schmückt sich heute mit redlichst extravaganten Ehrentiteln wie den einer „Trümmerfrau a.D.“, gerade dieser Titel öffnet Tür und Tor zu sämtlichen Ehrenämtern, welche bekanntlich recht häufig große Begehrlichkeiten unter den Frls zu wecken pflegen. Auch der redlichst abstrakte Titel einer sogenannten „Pauerfrau“ hat sich als wahrhafter Renner erwiesen, zumal hier relativ geringe Voraussetzungen erforderlich sind und dieser sich auf nahezu jede Dame problemlos anwenden lässt.

Sie sehen – der Titelmarkt brummt wie nie zuvor, vermutlich auch da heutzutage der Kreativität keine Grenzen mehr gesetzt sind und sich das Geschäft schon lange nicht mehr auf den drögen Verkauf von Adelstitel beschränkt.

Ich hoffe nun, Sie auch weiterhin als Kunden in meinem keuschen Titelladen begrüßen zu dürfen und verbleibe

Ihr
Baron von Friedel

Baron Jesus Maria von Friedel Konteradmiral a.D. Bodo von Klotz Dr. Traugott Leimhuber Ferdinand Birnbaum Baldian Loth Kardinal Theodore de Marcus