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Nunmehr möchte ich meine doch durchaus ausgedehnte Abwesenheit vom Brette mit einer adäquaten Erklärung versehen. Alles begann damit, dass ich eines unerfreulichen Dezembertages nicht in meinem Schlafgemache, sondern vielmehr in einem sterilen Raume von weißlicher Beschaffenheit erwachte. Meine anfängliche Orientierungslosigkeit wusste sich erst zu geben, als mich mein redlicher Zellengenosse, welcher sich mir als der Graf von Monte Christo vorstellte darüber aufklärte, dass ich mich in einem Gefängnis für politische Häftlinge befände, vermutlich ebenfalls vom französischen König interniert. Potzdonner und Paukeschlag, ein starkes Stück, in der Tat! Offensichtlich hatte der Feind meinen Schlafe genutzt, um mich schlussendlich komplettement aus dem Verkehre zu ziehen. Immerhin bot mir mein Leidensgenosse an, die Wächter für eine Weile abzulenken, um mir somit die Flucht zu ermöglichen, welch selbstlose Tat! Während dieser also einen Anfalle von Schwindsucht vortäuschte, wobei er schrecklich die Augen verdrehte, gelang es mir, mich aus meiner Zelle zu stehlen, und mich zum nächsten Fernsprechapparate zu begeben, wo ich umgehend den Herrn Konteradmiral verlangte. Leider stellte sich heraus, dass dieser inzwischen ganz offensichtlich einen Umzuge vorgenommen hatte, meldete sich doch lediglich ein verwirrter Herr namens „von Klot“, Potztausend! Alsbald hatte man mich bereits wieder eingefangen, und abermals in meine Zelle verbracht. „Grämt Euch nicht, edler Freund“, versuchte mich der Graf zu trösten, „nehmt nur ein wenig meiner Wurst, diese wurde mir von einer Verehrerin übersandt, ich selbst werde mich mit dieser anatolischen Geflügelwurst begnügen.“

Aus purem Fruste kam ich indes kaum umhin, den gesamten Wurst-Geschenkkorbe meines Zimmergenossen auf einen Sitze zu verzehren, allerdings nicht ohne diesen im Vorfelde mit einer schmackhaften Knoblauch-Marinade zu überziehen. Träge und redlichst gesättigt begab ich mich daraufhin auf meine Pritsche, um mir ein keusches Verdauungs-Nickerchen zu gönnen.

Viel später erwachte ich, umgehend keimte in mir die Ahnung, wieder einmal in die in meiner Familie durchaus weithin verbreitete „Nickerchen-Starre“ verfallen zu sein, pflegte diese doch sämtliche Nachkommen derer von Friedel nach besonders opulenten Mahlzeiten in periodischer Art und Weise zu befallen, Potztausend! Unvergessen ist in diesem Zusammenhange insbesondere meine Großtante Dorothea-Rosalinde von Friedel, in redlicher Koseform auch etwas salopp „Dornröschen“ genannt.

Zunächst fielen mir die komplette Dunkelheit, sowie die allenfalls inakzeptable Beschaffenheit meiner Lagerstatt ins Auge, schien diese doch deren Härte nach zu urteilen aus garstigem Metalle zu bestehen. Zudem hatte man mich mit einem garstigem Schlafsacke aus schwarzem Plastilin-Stoffe versehen, welcher mich sozusagen komplettement umschloss, erst ein beherzter Einsatze meines gottlob noch vorhandenen Notfall- Rapiers (aus Gründen der Geheimhaltung sei über dessen exakten Aufbewahrungsorte der Mantel des Schweigens gehüllt) ermöglichte mir, diesem zu entsteigen, Potzdonner!

Doch welch bizarres Bilde bot sich mir: Ich befand mich in einem gänzlich von Neon-Lichte erhellten Raume, welches umgehend eine Reizung meines Triefauges zur Folge hatte. Schemenhaft musste ich zudem erkennen, dass meine Lagerstatt tatsächlich lediglich aus einer garstigen Metall-Pritsche bestand, wohingegen die ausgesprochene Kälte den garstigen Schlafsacke zu erklären wusste. Nun allerdings musste ich eine weitere Teufelei erkennen, Zartbesaiteten Gemütern sei an dieser Stelle von einer weiteren Lektüre abgeraten: Ich war am ganzen Körper entkleidet, Potzdonner und Paukenschlag! Nur schwerlich gelang es mir, eine weitere Ohnmacht zu vermeiden, gottlob fanden sich innerhalb einer nahegelegenen Kehrichttonne einige Kleidungsstücke, zerlumpter Beschaffenheit zwar, jedoch zweifellos besser als nichts. Eine weitere Person, so konnte ich durch die Schleier des Augentriefens erkennen, befand sich überdies in besagter Einzelhaft, eine Öffnung des Schlafsackes förderte meinen Freund, den Grafen Monte Christo zutage! „Treuer Freund, man hat Sie also auch im Schafe in diese schauerliche Stätte verbracht?“ wendete ich mich an meinen treuen Kameraden, das Ausbleiben einer Antwort, gepaart mit dessen bleicher Gesichtsfarbe ließ indes vermuten, dass dieser sich ob der infamen Zustände noch immer im Schockzustande befand. Zudem schien er ebenfalls redlichen Knoblauche verspeist zu haben, sein ausgesprochen strenger Geruche wusste dergleichen zumindest aufs Deutlichste zu suggerieren. „Ich rette Sie, mein Bester“, rief ich aus, und begann den Anderen ebenfalls zu bekleiden.

Sodann verließen wir die besagte Stätte der unannehmbaren Haftbedingungen, wobei ich meinen entkräfteten Freund redlichst zu stützen hatte. Im Vorraume war ein langhaariger Gammler über ein garstiges Strichmännchen-Hefte gebeugt, mit meiner vehementesten Donnerwetter-Stimme setzte ich umgehend zu einer redlichen Tirade an:

„Was fällt Ihnen und der gesamten Bande in diesem Etablissement eigentlich ein“, brüllte ich, „man steckt uns in garstige Säcke und legt uns sodann in ein völligst unterheiztes Zimmer, Potzdonner! Umgehend verlange ich den Leiter dieses Etablissements zu sprechen!“

Wie gewöhnlich verfehlte meine Kanonade kaum ihre Wirkung, dem Lümmel standen förmlich die Haare zu Berge. „Wah, ein Zombie, der alte Friedel ist Untod, HILFE!!“, gab er zum Besten, bevor er sein Heil in der Flucht suchte, die Krankenhauspforte ließ er indes sperrangelweit offen stehen.

Somit gelang es mir mitsamt meinem Kameraden, in weitgehend unbemerkter Art und Weise den Ort unserer Gefangenschaft zu verlassen, und in mein Eigenheime in München-Bogenhausen zurückzukehren.

Dort jedoch erwartete mich eine Überraschung der unangenehmen Natur: Als ich die Pforten meines Eigenheimes mit großer Freude aufstieß, war dieses nicht wiederzuerkennen, schien doch sämtliches Mobiliar mitnichten am gewohnten Platze, sondern vielmehr gänzlich verlustig, Feurio! Garstigst nackt und Kahl boten sich die Räumlichkeiten dar.

Sogleich stellte sich uns ein junger Schnösel in den Wege, welcher sich als „Justin Meyerhof, Grundstücksmakler“ einzuführen gedachte. Feurio, ganz offensichtlich hatte ich einen bösartigen Einbrecher auf frischer Tat ertappt! In meinem verständlichen Schocke vergas ich völligst, den bedauernswerten Herrn Grafen zu stützen, woraufhin sich dieser in einem geradezu unglaublichen Reflexe auf den garstigen Haderlumpen warf, und diesen unter sich begrub.

„Trefflichst gemacht, Wertester“, rief ich diesem zu, jedoch war es mir in diesem Augenblicke unmöglich, mich mit den Ordnungshütern in Verbindung zu setzten, hatte man doch die Fernsprechapparate entfernt, sogar meine Sammlung von Hornhaut-Reliquien bedeutender Propheten hatte man garstigst expediert.

Sie sehen – ein Unglück pflegt selten allein zu erscheinen, umgehend werde ich mich nun daran machen, den garstigen Dieb zu verhören, währen der Herr Graf diesen weiterhin in seinem eisernen Griffe bewahrt. Sollten Sie indes über sachdienliche Hinweise verfügen, so nehme ich diese selbstverständlich mit Freuden entgegen, Potztausend! In was für einer Zeit leben wir nur?

Ihr Baron von Friedel

Baron Jesus Maria von Friedel Konteradmiral a.D. Bodo von Klotz Dr. Traugott Leimhuber Ferdinand Birnbaum Baldian Loth Kardinal Theodore de Marcus