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Es scheint mir nunmehr an der Zeit, Ihnen von einem Ereignis zu berichten, welches mir am Weihnachtsabend widerfuhr, und welchem man durchaus eine gewisse Denkwürdigkeit zusprechen sollte, Potztausend!

Sie werden es sich gewiss denken können – das redliche Titelgeschäfte duldet keinen garstigen Müßiggange, somit befand ich mich auch am Weihnachtstage noch in meinem Kontore, um den Ankaufe des Titel-Nachlasses der kürzlich bei dem Einsturze des Familienstammsitzes samt und sonders ums Leben gekommenen von Bornheim-Barré-Sippe unter Dach und Fache zu bringen.

Leider war meinem Sekretär keine mit der Meinen vergleichbare Arbeitsmoral vergönnt, immerzu plagte mich der Lümmel, er „müsse noch einen Weihnachtsbaume erstehen“, schlussendlich enervierte mich das garstige Gezeter derart, dass ich kaum umhin kam, den Unhold zu entlassen, Potzdonner!

Gutes Personal – heutzutage allerdings eine Seltenheit.

Als mich sodann auch noch einige garstige Spendensammler bedrängten, ich solle „für die Armen spenden“, platze mir allerdings endgültig der Kragen, mit den Worten „ich werde mein redlichst verdientes Gelde gewiss nicht an garstige Hippis verschwenden, um diesen einen neuen Pritt-Stifte zum Schnüffeln zu verschaffen“ trieb ich die Unholde mithilfe meines redlichen Gehstockes aus dem Kontore.

Nun, nach getaner Arbeit, war es schließlich auch für mich an der Zeit, mich heimwärts zu begeben, so machte ich mich, den geradezu aufdringlichen Weihnachts-Humbug tunlichst ignorierend, schließlich auf den Heimwege, hatte ich mir doch vorgenommen, den Abend mit einem redlichst geruhsamen Ausklange zu versehen, und mir noch einen kräftigen Trompeten-Tee aufzubrühen, hatte Herr Keulensieder mir doch eine redliche Vorratspackung dieses wundersamen Gebräus überlassen.

Nachdem ich es mir somit vor dem Kamine bequem gemacht, und drei Tassen des köstlichen Gebräus verköstigt hatte, wurde mir urplötzlich ein wenig „anders“, schienen die Späheren sich doch garstigst zu verschieben.

Die Beleuchtung schien sich wie von Zauberhand zu verdunkeln, und mir stockte fast der Atmen, als ich in der Mitte des Raumes urplötzlich Herrn Freiherr von Waibel, meinen bereits vor einigen Jahren verstorbenen Kompanion im Titelgeschäfte inmitten des Raumes erblickte.

Eine luftige Erscheinung
Mit garstigen Ketten war mein alter Partner behängt, auch ansonsten war sein Anblick kaum geneigt, ihn weiterhin für gesellschaftsfähig zu halten.

Der garstige Geist erhob die Stimme:

„Jesus-Maria, ich bin gekommen, Dich zu warnen – Du wirst Enden wie ich, in ewiger Verdammnis!“

Heureka, umgehend nahm mein Denkapparate seine Tätigkeit auf. Warum könnte einem mehr als redlichen Herrn ein solch garstiges Schicksal blühen? Doch plötzlich dämmerte mir die Erkenntnis in siedendheißer Art und Weise:

„Feurio, vor Deinem ableben lieh ich Dir 10000 Euronen, Du Schmierlapp!“, brüllte ich die Erscheinung an.

Nun war es um die Fassung des Geistes geschehen, verdutzt blickte er mich an, ein wenig unsicher begann er von „drei Geistern“ zu faseln, welche mich an diesem Abend besuchen sollten.

„Handelt es sich dabei um ebensolche Halsabschneider?“ brüllte ich, nunmehr ernsthaft verärgert. „In diesem Falle soll dieses garstige Pack sich zum Teufel scheren!“

Der Geist blickte nun noch verwirrter drein, und machte sich davon, kaum anders zu erwarten, war diesem Schmierlapp doch bewusst, dass ich wohl geneigt war, die Tatsache, dass das Totenhemde über keinerlei Taschen verfüge nochmals in eingehender Art und Weise zu überprüfen. Allerdings kam ich kaum umhin, am gestrigen Tage eine Klageschrift gegen die Witwe dieses Betrügers aufzusetzen, mein Advokat versicherte mir eine gute Chance, mein Geld zurückzuerhalten.

Sie sehen also – ein redlicher Herr kommt somit zu seinem Rechte, war der Geist der Weihnacht je lebendiger?

Ihr
Baron von Friedel

Baron Jesus Maria von Friedel Konteradmiral a.D. Bodo von Klotz Dr. Traugott Leimhuber Ferdinand Birnbaum Baldian Loth Kardinal Theodore de Marcus