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Unlängst beantrage ich einen keuschen Seniorenpass der Münchener Stadtwerke, welcher es mir ermöglicht, die keuschen Vorzüge der öffentlichen Straßenbahn zu redlichst verbilligten Tarifen zu nutzen, schließlich hat man selbst als hauptberuflicher Titelhändler ein redliches Auge auf seine pekuniäre Situation zu haben, Potztausend!

Nun, am gestrigen Tage erschien ich sodann am in der Schalterhalle am Hauptbahnhofe, selbstverständlich führte ich das bereits ausgefüllte Formblatt C4, sowie ein aktuelles Passbild mit mir, um das Procedere der Ausweis-Ausstellung schnellstmöglich hinter mich zu bringen.

Der Vorgang ließ sich auch sehr redlich an, rasch hatte der Lakai meine persönlichen Daten in seinen Heimrechner eingegeben, als dieser allerdings mein redliches Passbild erblickte, reagierte er mit Ablehnung, ich müsse schon "ein farbiges mitbringen", anscheinend, um einen größeren Wiedererkennungswert zu gewährleisten, Feurio!

Nun platze mir allerdings die keusche Hutschnur, ich brüllte den Unhold lautstark zusammen, hatte dieser doch anscheinend keine Ahnung von der dezenten Keuschheit von redlichen Schwarzweiß Photografien, diese sind meines Erachtens nicht mit farbigen solchen vergleichbar, auf welchen man selbst das kleinste Furunkel umgehend als solches erkennt, während sich dieses ohne Technicolor durchaus in einen redlichen Schönheitsfleck verwandeln kann, Potzdonner!

Nun frage sich allerdings, was nun zu tun war, verspürte ich doch nicht das geringste Verlangen, meine redlichst verdienten Euronen für die Anfertigung neuer Passbilder zu verprassen, zumal man für solcherlei Dekadenz heutzutage bereits mit sage und schreibe 12 Euronen zur Kasse gebeten wird, Donner und Paukenschlag!

Doch wie so oft, so kam mir auch in diesem Falle der Zufall zupass:

Im Untergeschoße des redlichen Hauptbahnhofes erblickte ich plötzlich eine Kabine, deren Aufschrift mir die redlichsten Passfotos für die relativ moderate Summe von lediglich sechs Euronen versprach, in der Tat im Bereich des ertragbaren, wie ich fand.

Kurz entschlossen nahm ich platz, bekam jedoch umgehend einen ordentlichen Schrecken, als aus heiterem Himmel plötzlich ein Frl zu mir sprach, und mich mit gar lieblicher Stimme fragte, welche Art Foto ich denn wünsche.

Nach einer kurzen Anmerkung, dass ich sie gar nicht bemerkt hätte, und für gewöhnlich nicht mit einem Frl in einer winzigen Kabine herumzulungern pflege, verlangte ich „sechs redliche Bilder, bitteschön, Frl, aber achten Sie darauf, meinen Schönheitsfleck gut zur Geltung zu bringen“.

Allerdings schien diese impertinente Person etwas mit den Ohren zu haben, wieder und wieder stellte mir diese exakt dieselbe Frage, welche ich in immerzu schärferem Tonfalle beantwortete, bis mir schlussendlich der Kragen platze.

Mit den Worten „Sie haben doch was an den Ohren, Sie Gewitterziege“ verließ ich die dummsinnige Kabine und trat in ausgesprochen enervierten Gemütszustande die Heimreise an.

Nachdem ich mir in meiner redlichen Stadtvilla einen keuschen Sechsämter genehmigt hatte, kam mir der rettende Gedanke:

Warum meine spärlichen Barschaften für einen neuen Satz Passfotos verschwenden, wenn die Lösung doch redlichst auf der Hand lag, verfügte ich doch noch über einen keuschen Mahlkasten, welchen ich dereinst für den von mir besuchten Volkshochschulkursus "Impressionismus für Pensionäre" erstanden hatte.

Umgehend machte ich mich ans Werk, und ich denke, das Ergebnis muss sich vor einem echten Farbphoto kaum verstecken, aber sehen Sie selbst:

Welcher wahre Künstler benötigt schon eine Photomaschine?
Potzdonner, wie Sie sehen können, ist es mitnichten erforderlich, sich von dummsinnigen Photografen oder sprechenden Automaten übers Ohr hauen zu lassen, gerne werde ich auch Ihre Photografien mit einer redlichen Coloration versehen, sofern gewünscht.

Ich jedenfalls werde mich gleich morgen abermals zum keuschen Hauptbahnhofe begeben, dieses Mal sollte es in der Tat keinerlei Probleme geben.

Ihr
Baron von Friedel

Baron Jesus Maria von Friedel Konteradmiral a.D. Bodo von Klotz Dr. Traugott Leimhuber Ferdinand Birnbaum Baldian Loth Kardinal Theodore de Marcus