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Gerade bei diesem heißen Wetter kann sich ein redlicher Besuch im örtlichen Freibade als äußerst erfrischend und dem allgemeinen Wohlbefinden zuträglich erweisen, somit kam auch ich am gestrigen Tage kaum umhin, mich nach jahrelanger Abstinenz wieder einmal in ein solches zu begeben, Potztausend!

Schon an der Kasse erfuhr mein Vorhaben indes die erste negative Unzulänglichkeit, musste ich doch feststellen, dass man den früher üblichen Eintrittspreis von 20 Pfennig inzwischen doch in einer solchen Weise angehoben hatte, dass man als geneigter Besucher doch zumindest die Erwartungshaltung besaß, sich entweder in feudalen Schaumweine, oder sogleich in flüssigem Blattgolde erfrischen zu dürfen.

Jedoch wurde meinen diesbezüglichen Hoffnungen und Wunschträumen recht schell ein Riegel vorgeschoben, in den Becken befand sich eine merkwürdige Flüssigkeit, welche von der Konsistenz eher an Quecksilber, denn an Wasser zu erinnern vermochte, auch was den Geruch betraf, Potzdonner!

Nun begann ich umgehend, meine eigens mit mir gebrachte Badekabine aufzubauen, um mich dort züchtigst umzukleiden, ohne mich den anrüchigen Blicken der anderen Unholde aussetzten zu müssen, schließlich könnte man schon allein die Ahnung eines unbekleideten Körpers einen unkeuschen Gedanken produzieren, obschon ich mein Badekostüme selbstverständlich redlichst über meiner normalen Kleidung anlegte.

Nun, werte Herrschaften, es mag durchaus im Bereich des Möglichen liegen, dass mein alter Badeanzug, welchen ich bereits in Jahre 1924 beim redlichen Kaufhause „Ludwig Beck“ erwarb inzwischen ein wenig am Bauche spannte, was allerdings keinen der sehr zu meinem Leidwesen zahllos anwesenden jugendlichen Rabauken berechtigt hätte, mit Ihren dummsinnigen Fingern in unverfrorener Art und Weise auf mich zu deuten, und sich Unverholenst über mich zu mokieren, Feurio.

So sieht der Unhold aus
Potzdonner, nun platzte mir verständlicherweise der Kragen, noch ein beherzter Griff nach meinem Gehstocke, und umgehend nahm ich die Verfolgung auf, bis in ein dummsinniges Planschbecken folgte ich diesen Lümmeln, gerade als ich mir einen gegriffen hatte, und mich im Begriffe befand, ihn redlichst übers Knie zu legen, offenbarte mir ein eher routinemäßiger Blick zu meinen Habseligkeiten Schreckliches:

Soeben befand sich ein diabolischer Halbstarker im Begriffe, sich an meiner Badetasche gütlich zu halten, in unverfrorener Art und Weise durchwühlte dieser Bengel nämliche, Potztausend!

Selbstverständlich nahm ich umgehend mit lautem Fluchen, die Verfolgung auf, leider flüchtete dieser Schmerlapp in den sogenannten „FKK-Bereich“, welchen ich bereits nach meinem Eintreten umgehend wieder verlassen musste, befanden sich doch dort sämtliche Damen und Herren in unbekleidetem Zustande, Donner und Paukenschlag.

Der Ohnmacht nahe trat ich umgehend die Heimreise an, jedoch ist es meinem durchaus als photografisch zu bezeichnenden Gedächtnisse zu verdanken, dass ich mich sogleich nach meiner Ankunft in der Lage befand, mithilfe der „Winzigweich Mal-Bürste“ ein äußerst genaues Phantombild des dreisten Diebes anzufertigen, welches ich nunmehr der redlichen Polizei aushändigen werde, selbstredend möchte ich auch Sie, werte Brettbesucher um Ihre Mithilfe bitten, selbstverständlich würde ich mich in angemessener Form erkenntlich zeigen, sollte einer Ihrer Hinweise zur Ergreifung dieses Schurken führen.

Ihr
Baron von Friedel

Baron Jesus Maria von Friedel Konteradmiral a.D. Bodo von Klotz Dr. Traugott Leimhuber Ferdinand Birnbaum Baldian Loth Kardinal Theodore de Marcus