Sie haben sich scheinbar entschlossen, sich ein wenig ausgiebiger mit meiner Person zu befassen – ich komme kaum umhin, Ihnen aufs Redlichste zu dieser Entscheidung zu gratulieren, Potztausend!



Zu meiner Person sei folgendes gesagt: schon seit einigen Jahren verdinge ich mich im redlichen Metier des Titel- An- und Verkaufes, wobei mir diese Ertüchtigung ein vortreffliches Auskommen zu sichern weiß.
Gewiss werden Sie sich nunmehr fragen, wie es wohl dazu kommt, dass sich eine Persönlichkeit meines Kalibers - noch dazu von höchstem Stande – mit etwas derart ordinärem wie Arbeit auseinanderzusetzen hat.
Nun, ich darf sagen, diese Frage entbehrt kaum einer gewissen Berechtigung.

Zu Zeiten meiner Jugend war die Welt auf meinem Familienkastell noch redlichst in Ordnung: eine Unzahl von bäuerlichen Lakaien verdingte sich in der Landkultivierung, und beschäftigte sich ansonsten vornehmlich in der Pflege seines nächsten Anverwandten, dem Borstenvieh.



Dem Lehnsherrn fielen dereinst die wichtigen Aufgaben zu, dem Pöbel mit angemessener Motivation dienlich zu werden – hier leistete die Neunschwänzige Katze oft schier unschätzbare Dienste - sowie diesen von den für das Borstenvieh gedachten Löchern voll Morast fernzuhalten.

Sie sehen schon- eine mehr als gerechte Aufteilung der Aufgaben, die jedermann nur zum Vorteil gereichte, Potzdonner!
Dann jedoch, und es graut stets aufs Garstigste, bin ich gezwungen, besagte Entwicklung abermals zu artikulieren, begannen sich die Lehren eines Unholds namens „Darwin“ zu verbreiten; besagter Lümmel erdreistete sich in der Tat zu behaupten, dem Pöbel wäre eine Weiterentwicklung beschieden, Potzdonner und Paukenschlag!



Wem der Pöbel in all seiner dummdreisten Garstigkeit ein Begriffe ist, dem wird es kaum zur Verwunderung gereichen, dass dieser besagten Unsinne auch noch glaubte, und sich von seinen Lehnsherrn lossagte, um sich fürderhin „selbst zu bestimmen“.
Zu welch unsäglichen Dingen dergleichen zu führen beliebte, sollte jedermann bekannt sein: Sprechsendungen, Hip-Hüpf-Musik, oder auch grüne Haarfrisuren, um nur einige Beispiele zu nennen!



Die bevorzugte Beschäftigung des Pöbels ist heutzutage – so scheint es zumindest - die sogenannte „Arbeitslosigkeit“.
Kein großes Wunder, bedenkt man, dass sich der Pöbel bereits zu früheren Zeiten nur zu gerne in besagten Zustand begab, sorgte der Lehnsherr nicht mittels der Knute für redliche Vollbeschäftigung.

Man darf also festhalten: der Pöbel schlingert führungslos dahin, ist wieder zu seinen archaischen Brächen und Stammesgesängen (Hartfelsen- und Hip-Hüpf-Musik) zurückgekehrt, und gerade die Jugend verkommt und vergammelt.



Deshalb gilt es als mein hehres Ziel, auf dem schnellstmöglichen Wege für eine Wiederherstellung der alten, und somit ganz automatisch besseren Verhältnisse Sorge zu tragen, gerade der dumme Jugendliche von heute könnte auf meinem Landgut eine wichtige Lektion hinsichtlich einem erfüllten Leben in vollkommenem Gehorsam erlernen.

Ich hoffe, Ihnen auf diesem Wege meine Hauptmotivation für mein Anschnur-Wirken ein wenig näher gebracht zu haben, und verbleibe in tiefer Verbundenheit als,

Ihr
Baron von Friedel





Baron Jesus Maria von Friedel Konteradmiral a.D. Bodo von Klotz Dr. Traugott Leimhuber Ferdinand Birnbaum Baldian Loth Kardinal Theodore de Marcus