Mein redlicher Lebenslauf

Geboren wurde ich im schönen Bad Hohenklotz - in der Klotzburg, dem Stammsitz meiner Familie.Dort verbrachte ich zusammen mit meinem Bruder Wilhelm eine glückliche Kindheit in der „Kinderhütte“ im Garten, die unser strenger Vater nur betrat, um uns Wasser und Brot oder eine Handvoll Backpfeifen zu bringen, sapperlot!

Er war ein herzensguter Mann, der mit strenger Zucht dafür sorgte, das aus Wilhelm und mir anständige Menschen wurden. Gerade Wilhelm drohte eine zeitlang auf die „schiefe Bahn“zu geraten, da er es wiederholt gewagt hatte, in Gegenwart Erwachsener die Augen zu heben. Ach, wie da der Rohrstock tanzte! Wilhelm schwört noch heute darauf, dass ihn unser Herr Vater hiermit vor dem sicheren Fegefeuer bewahrt hat.

Schon früh begeisterte ich mich für unser redliches Militär und konnte es kaum erwarten, zu des Kaisers Fahnen zu eilen. Stundenlang stand ich am Straßenrande, schwenkte zur Freude der vorbeiparadierenden Truppen mein Fähnchen und wünschte mir sehnlichst, ein stolzer Kaiserjäger zu sein, sapperlot.

Dieser Herzenswunsch sollte sich erfüllen, als mein Bruder Wilhelm und ich an unserem 18 Geburtstag von unserem Vater unter vorgehaltener Waffe aus der Kinderhütte und von seinem Grund und Boden vertrieben wurden, wie es seit Jahrhunderten gute Sitte der Freiherren von Klotz ist. Heureka, direktemang machten wir uns im klirrenden Winter, barfuss und mit leichter Sommerkleidung, auf den Weg zur nächsten Militärakademie, die gerade einmal 400 Kilometer von der heimischen Klotzburg entfernt stand. Noch heute denke ich gerne an diese vergnügte Wanderung zurück.

Auf der Akademie lernte ich dann auch meinen guten Freund, den Herrn Baron von Friedel kennen, der später Karriere bei den todesmutigen Dragonern machen sollte. Ich selbst entdeckte meine tiefe liebe zur See, so dass ich mich alsbald freiwillig zur Kriegsmarine meldete. Dort verbrachte ich die schönsten Jahre meines Lebens und wurde auch nur ein einziges mal versenkt. Allerdings denke ich manchmal auch wehmütig zurück an meinen guten Freund, den Kapitän Petersen, der für immer auf See blieb.

Nachdem ich die aktive Laufbahn als Konteradmiral beendet hatte, ließ ich mich im redlichen Düsseldorf nieder und sorge seitdem dafür, dass in dieser löblichen Stadt und vor allem in unserem schönen Blumenviertel, das Unrecht keine Schanze hat, sapperlot!

Regelmäßig gehe ich auf Patrouille oder feuere aus dem Küchenfenster auf langhaarige Gammler und Studenten, um die Straßen von Düsseldorf sicher und sauber zu halten. Sie sehen also: ich bin ein herzensguter, redlicher Mensch geworden, an dem sich andere zu Recht ein Beispiel nehmen.





Baron Jesus Maria von Friedel Konteradmiral a.D. Bodo von Klotz Dr. Traugott Leimhuber Ferdinand Birnbaum Baldian Loth Kardinal Theodore de Marcus