Sehr geehrte Damen und Herren,

deutsche Schüler sind dumm. Das wird durch die PISA-Studie eindrucksvoll dokumentiert. Die Gründe hierfür sind vielfältig: diabolische Heimrechnerspiele, Hipfhüpf-, Felsen- und Knallmusik, Privatfernsehen, Handfernsprecher und nicht zuletzt die Tatsache, dass die Schüler heute keinen Respekt mehr vor dem Lehrkörper haben. Um im internationalen Vergleich mithalten zu können, bedarf es einer umfassenden Schulreform.

1. Die Klassenzimmer sind zweckmäßig einzurichten. Bequeme Stühle verleiten zum Kippeln oder zum Einschlafen während des Unterrichtes. Daher sind Holzbänke bereitzustellen. Um die Autorität des Lehrkörpers zu unterstreichen, hat sich das Lehrerpult auf einem Podest zu befinden. Zur Ausstattung gehören weiterhin eine Schiefertafel und eine Kugelrechenmaschine. An den Wänden können z.B. die Schulordnung, Kruzifixe, mathematische Formeln oder Landkarten angebracht werden. Hier ein vorbildliches Klassenzimmer:



Die Störenfriede und Faulenzer sind in der letzten Reihe auf der sogenannten "Eselsbank" unterzubringen, damit die fleißigen Schülern konzentriert arbeiten können.

2. Schüler, die sich beharrlich weigern, ihre Hausaufgaben zu erledigen oder generell dem Unterricht zu folgen, müssen angemessen gemaßregelt werden. Sie können auf die Eselsbank verwiesen werden, eine Stunde in der Ecke stehen und bei besonders flegelhaftem, boshaftem Verhalten gezüchtigt (z.B. Rute, Rohrstock) werden. Besonders wirkungsvoll ist auch ein mehrstündiger Arrest im Karzer, wo ohne jegliche Ablenkung das Versäumte nachgeholt werden kann. Der Karzer sollte möglichst ruhig gelegen und mit Stuhl und Tisch ausgestattet sein. Es ist darauf zu achten, dass der Einsitzende nicht die Wände beschmiert!

3. Redliches Benehmen und gute Leistungen müssen belohnt werden. Belobungen (mündlich und schriftlich), Vorstellung beim Rektor, Sitzplatz in der ersten Reihe, ein Spiel im Freien, Fleißkärtchen oder ein gutes Buch mit Widmung des Lehrkörpers sind besonders gut geeignet, um die Lernlust und das gute Benehmen zu fördern. Für die Jahrgangsbesten sollte die Schule etwas ganz Besonderes bieten - zum Beispiel einen nützlichen Griffelkasten oder gar einen redlichen Schulranzen.

4. Der Unterricht sollte in Klassen mit höchstens 25 Schülern stattfinden. Der Unterricht beginnt um 7.30 Uhr und endet um 15.00 Uhr. Mädchen und Jungen können in den Grundfächern wie Deutsch, Mathematik, Religion und Naturwissenschaften gemeinsam unterrichtet werden. Die Leibesertüchtigung muss nach getrennten Geschlechtern erfolgen. Während die Jungen im Handwerk unterrichtet werden, erhalten die Mädchen Unterricht in Handarbeit und Kochen. Das Fach "Benimmlehre" sollte täglich mit mindestens einer Stunde auf dem Plan stehen. Der Unterricht beginnt mit dem Absingen eines heiteren Volksliedes. Es versteht sich von selbst, dass sich die Schüler zur Begrüßung des Lehrkörpers von ihren Plätzen erheben. Die Jungen haben sich mit einem weißen Oberhemd, einer schwarzen Krawatte und einer schwarzen Hose zu kleiden, während die Mädchen ein weißes Kleid mit Schleife, weiße Kniestrümpfe und eine Lobhaube zu tragen haben.

"Der Schüler, welcher folgt und seine Schule liebt

erwartet einst den Lohn, den Fleiß und Tugend gibt."




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